Die Premium-Fachtagung SENE FORUM von Senevita am 25. Januar, brachte im Berner Zentrum Paul Klee zum dritten Mal Akteure im Altersbereich zusammen. Unter dem Titel «Was wollen Senioren?» wurden die Aspekte der Angebotspalette von Alterswohn- und Pflegeeinrichtungen beleuchtet. Der Schlüsselreferent Dr. Norbert Blüm – ehemaliger BRD-Minister für Arbeit und Sozialordnung – sowie weitere hochkarätige Redner fesselten mit Thesen, Tipps und Trends.
Mit seinem Referat «Droht die Kündigung des Generationenvertrags?» zog Dr. Norbert Blüm die rund 200 Tagungsteilnehmenden in seinen Bann. Mit Witz und Wissen propagierte er die Solidarität zwischen den Generationen als den natürlichen Lebenszusammenhang und als unverzichtbare Grundlage für das Funktionieren einer Gesellschaft: «Wir sind aufeinander angewiesen, von der Wiege bis zur Bahre – überleben können wir nur durch Gegenseitigkeit. Wer den Generationenvertrag anzweifelt, zerstört die menschliche Zivilisation.» Die moderne Gesellschaft kranke am schwindenden gemeinschaftlichen Grundgedanken. «Altersarmut ist heute nicht mehr materiell, sondern Vereinsamung, ein Mangel an Kommunikation und Gemeinschaft.»
Sein Eintreten für den Sozialstaat begründete Blüm mit der Notwendigkeit, die Solidaritätsgrenzen immer kleiner werdender Familien zu sprengen. «Früher schaute man in MehrgenerationenFamilien füreinander. Weil heute Familien aufgrund der Arbeitsmarktlage immer weiter auseinandergerissen werden, braucht es einen Sozialstaat – der notabene kein Fürsorgestaat sein darf –, um die Versorgung im Alter durch beitragsfinanzierte Pflegeversicherungen zu decken.»
Die markant gestiegene Lebenserwartung sei eine Chance für den Arbeitsmarkt, betonte Blüm. In den Dienstleistungen für Betagte, in der Pflege und Betreuung stecke ungeheuer viel Potenzial. «Der Pflegeberuf muss aber ein besseres Image erhalten», ergänzte der Marketing-Experte Hans-Georg Pompe.
Dass sich Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit in Alterswohninstitutionen nicht ausschliessen dürfen, war der Grundtenor aller Referenten. «Es braucht persönliche, tragfähige Beziehungen, um erfolgreich zu sein», führte
Hans-Georg Pompe aus. Erst so entstehen innovative Angebote für die vielfältigen Bedürfnisse älterer Menschen, denn «kein Lebensabschnitt ist so differenziert wie das Alter», sagte Blüm. In der umfassenden Podiumsdiskussion verwies Bettina Suter-Egli, Stiftungsrätin Pro Senectute Kanton Zürich, auf die Wichtigkeit der Freiwilligenarbeit. «Freiwillige sind eine ganz wichtige Ressource, um älteren Menschen mehr Zeit widmen zu können. Viele Pensionierte finden im Engagement für Betagte eine sinn- und freudestiftende Tätigkeit.»
Senevita Geschäftsführer Werner Müller: «In den Senevita Residenzen und Alterszentren setzen wir alles daran, die Dinge mit den Augen der Seniorinnen und Senioren zu sehen, um die Welt aus ihrer Sicht begreifen und gestalten zu können». Müller weiter: «In unseren Betrieben streben wir jeden Tag danach, unseren Bewohnerinnen und Bewohnern ein Zuhause zu bieten, in dem sie sich wohlfühlen und das Leben geniessen können.»
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