Regelmässige Bewegung schützt vor zahlreichen Beschwerden und macht Freude. Wer seinen Körper stärkt, bleibt länger selbstständig und hält zugleich sein Gehirn fit. Dies sind die Ziele des neuen Trainings «Vital im Alter», das Senevita zusammen mit dem Präventivmediziner Dr. med. Bertino Somaini entwickelt hat. Das Pilotprojekt im Burgdorfer Alterszentrum Senevita Burdlef zeigt erste Erfolge.
Regelmässige Bewegung schützt vor zahlreichen Beschwerden und macht Freude. Wer seinen Körper stärkt, bleibt länger selbstständig und hält zugleich sein Gehirn fit. Dies sind die Ziele des neuen Trainings «Vital im Alter», das Senevita zusammen mit dem Präventivmediziner Dr. med. Bertino Somaini* entwickelt hat. Das Pilotprojekt im Burgdorfer Alterszentrum Senevita Burdlef zeigt erste Erfolge.
Dr. Somaini: Auf jeden Fall! Das höhere Alter bringt häufig chronische Belastungen mit sich, von Herz-Kreislauf-Beschwerden über zunehmende Gebrechlichkeit bis zu steigender Demenz. Bewegung kann all dem entgegenwirken und ist darum immens wichtig – auch und gerade im Alter. Dabei muss es sich keineswegs um Leistungssport handeln, regelmässige Spaziergänge sind schon eine gute Basis. Ergänzend dazu steigert das neue Senevita Training gezielt die Kraft, Ausdauer und Balance. Dies erhält und fördert die Selbstständigkeit im Alltag, verringert das Sturzrisiko und verbessert den Stoffwechsel. Kurz: Jeder Schritt steigert das Sicherheitsgefühl und schenkt Lebensqualität.
Dr. Somaini: Bewegung hat auch auf geistige Fähigkeiten nachweisliche Wirkung und hebt die Laune, weil das Gehirn dabei körpereigene antidepressive Stoffe produziert. Zudem bleibt das Erinnerungsvermögen länger erhalten, wenn Koordinations- und Atemübungen sowie gezieltes Mentaltraining die Hirnaktivität stimulieren. Körper und Geist beeinflussen sich gegenseitig.
Dr. Somaini: Das Programm fordert auf spielerische Weise heraus und soll Spass machen, denn nur wer dranbleibt, erzielt gute Resultate. Für viel Abwechslung sorgt darum ein spannender Trainings-Parcours mit Liegevelo, Trampolinen und anderen Geräten. Der erfahrene Physiotherapeut Joachim Lamm leitet das Training und fördert die individuellen Fähigkeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das Training findet in der Gruppe statt und soll die Freude an der Bewegung fördern.
J. Lamm: Und ob. Die Steh- und Gangstabilität sowie die Ausdauer der Teilnehmenden hat sich deutlich verbessert. Ein Herr berichtete mir neulich freudestrahlend, dass sein Rücken dank dem regelmässigen Training nicht mehr schmerze und er wieder alleine einkaufen gehe. Ein anderer Senior freut sich, dass er wieder Ausflüge an den Thunersee unternehmen kann. Eine überraschte Ehefrau erzählte, dass ihr Mann plötzlich gar nicht mehr «so krumm daherkomme», sondern nach vielen Jahren aufrechter gehe. Sie habe ihn «kaum wiedererkannt». Die Trainingseinheiten sind mittlerweile zu beliebten Fixpunkten in der Wochenplanung der Teilnehmenden geworden; die Bewohnerinnen und Bewohner gehen immer öfter auch zum freiwilligen Zusatztraining. Manche fragen gar nach schwierigeren Übungen, sodass man sie in ihrer Experimentierfreudigkeit fast schon bremsen muss. Zudem hat das Training auch einen starken sozialen Aspekt: Die Senioren kommen einander auf lockere Art näher. Die Pilotgruppe duzt sich seither und trifft sich auch privat zum Kaffeetrinken. Dieser deutliche Anstieg an Lebensqualität – in der körperlichen Fitness wie auch im zwischenmenschlichen Umgang – ist der schönste Erfolg unserer Arbeit.
Der Tessiner Arzt Dr. med. Bertino Somaini war Vize-Direktor des Bundesamts für Gesundheit und Direktor der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz. Heutet leitet er das Beratungsunternehmen «Public Health Promotion» für Gesundheitsförderung und Prävention.
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